Der Schuster, Markus Loidl

Wie bist du Schuster geworden?

Ich wurde 1968 in Sindelfingen geboren und bin in das Schuhmacherhandwerk hineingewachsen, da mein Vater Schuhmacher war. Nach meiner Schulzeit begann ich eine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Obwohl ich anfangs nicht vorhatte, denselben Beruf wie meine Vorfahren auszuüben, stellte ich fest, dass mir das Handwerk sehr gefällt. Nach meiner Meisterprüfung im Jahr 1996 eröffnete ich dann meine eigene Schuhmacherei in Stuttgart.

Wie hat sich dein Beruf über die Jahre verändert?

Seit 2010 betreibe ich meinen eigenen Laden hier in Stuttgart-Süd, nachdem der alte Laden in Sindelfingen mit dem Ruhestand meines Vaters geschlossen wurde. Es war schwierig, das Geschäft in einer kleineren Stadt wie Sindelfingen aufrechtzuerhalten. In meinem neuen Laden erlebe ich oft, dass Kunden mit alten Sneakern kommen und eine Neubesohlung wünschen. Meistens handelt es sich um Schuhe, die weniger als zwei Jahre alt sind und unter 100 Euro gekostet haben. Ich muss den Kunden dann erklären, dass solche Schuhe oft nicht für eine Reparatur gemacht sind. Das ist nicht immer leicht zu verstehen, und viele Paare enden leider im Müll. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren zugenommen und zeigt deutlich, dass der Konsum sich hin zu schnelllebigeren und weniger langlebigen Schuhen bewegt hat.

Das Handwerk des Schumachers, auch Schusterei genannt, ist seit Jahrhunderten ein bedeutender Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Begriff „Schuster“ stammt vom lateinischen Wort „sutor“ (Flickschuster). Bereits 5000 v.Chr. trennten sich die Berufe des Schuhmachers und des Gerbers. Im Mittelalter stieg die Nachfrage nach Schuhen, und die Schuster organisierten sich in Zünften. In Deutschland ist bis heute eine Ausbildung für diesen Beruf vorgeschrieben.

Bis ins späte 19. Jahrhundert war die Schuhherstellung maßgeschneiderte Handarbeit. Mit der Einführung der elektrischen Nähmaschine begann die Fabrikproduktion, was die Kaufgewohnheiten veränderte: Maßgeschneiderte Schuhe wurden preiswerter und häufiger in Geschäften angeboten. Der Schuhmacher wurde vor allem für Reparaturen aufgesucht. Heute zeigt sich eine ähnliche Veränderung durch den Online-Handel, der bereits über 41% des Schuhumsatzes in Deutschland ausmacht. Besonders die Beliebtheit von Sportschuhen und Sneakern führt dazu, dass der Markt für handgefertigte Lederschuhe schrumpft. 2019 erwirtschafteten Sneaker in Deutschland 4,38 Milliarden Euro, während Lederschuhe nur 3,87 Milliarden Euro einbrachten. Die meist aus Plastik hergestellten Sneakers sind oft nicht reparierbar.

Markus Loidl, Schuhmacher in fünfter Generation, schloss seine Ausbildung als Landessieger Baden-Württemberg ab und eröffnete 2010 seine eigene Schuhmacherei in Stuttgart. Neben Maßschuhen aus Leder konzentriert sich ein Großteil seiner Arbeit auf Reparaturen.

Wie siehst du die Zukunft der Schusterhandwerks?

Die Zukunft des Schusterhandwerks scheint herausfordernd zu sein. Mit dem Rückgang der Nachfrage nach handgefertigten Schuhen und dem Anstieg des Online-Shoppings sowie der Beliebtheit von Sportschuhen wird es zunehmend schwieriger, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Der Markt für maßgefertigte, langlebige Schuhe besteht zwar weiterhin, aber es ist oft schwer, gegen die schnelllebige Mode und die billig produzierten Schuhe anzukommen. Dennoch sehe ich Chancen für hochwertige Maßanfertigungen, da sie eine lange Lebensdauer bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Branche weiterentwickelt, aber ich glaube, dass es immer noch eine Nische für gut gemachte, langlebige Schuhe gibt.

Der Schuster, Markus Loidl

Wie bist du Schuster geworden?

Ich wurde 1968 in Sindelfingen geboren und bin in das Schuhmacherhandwerk hineingewachsen, da mein Vater Schuhmacher war. Nach meiner Schulzeit begann ich eine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Obwohl ich anfangs nicht vorhatte, denselben Beruf wie meine Vorfahren auszuüben, stellte ich fest, dass mir das Handwerk sehr gefällt. Nach meiner Meisterprüfung im Jahr 1996 eröffnete ich dann meine eigene Schuhmacherei in Stuttgart.

Wie hat sich dein Beruf über die Jahre verändert?

Seit 2010 betreibe ich meinen eigenen Laden hier in Stuttgart-Süd, nachdem der alte Laden in Sindelfingen mit dem Ruhestand meines Vaters geschlossen wurde. Es war schwierig, das Geschäft in einer kleineren Stadt wie Sindelfingen aufrechtzuerhalten. In meinem neuen Laden erlebe ich oft, dass Kunden mit alten Sneakern kommen und eine Neubesohlung wünschen. Meistens handelt es sich um Schuhe, die weniger als zwei Jahre alt sind und unter 100 Euro gekostet haben. Ich muss den Kunden dann erklären, dass solche Schuhe oft nicht für eine Reparatur gemacht sind. Das ist nicht immer leicht zu verstehen, und viele Paare enden leider im Müll. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren zugenommen und zeigt deutlich, dass der Konsum sich hin zu schnelllebigeren und weniger langlebigen Schuhen bewegt hat.

Das Handwerk des Schumachers, auch Schusterei genannt, ist seit Jahrhunderten ein bedeutender Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Begriff „Schuster“ stammt vom lateinischen Wort „sutor“ (Flickschuster). Bereits 5000 v.Chr. trennten sich die Berufe des Schuhmachers und des Gerbers. Im Mittelalter stieg die Nachfrage nach Schuhen, und die Schuster organisierten sich in Zünften. In Deutschland ist bis heute eine Ausbildung für diesen Beruf vorgeschrieben.

Bis ins späte 19. Jahrhundert war die Schuhherstellung maßgeschneiderte Handarbeit. Mit der Einführung der elektrischen Nähmaschine begann die Fabrikproduktion, was die Kaufgewohnheiten veränderte: Maßgeschneiderte Schuhe wurden preiswerter und häufiger in Geschäften angeboten. Der Schuhmacher wurde vor allem für Reparaturen aufgesucht. Heute zeigt sich eine ähnliche Veränderung durch den Online-Handel, der bereits über 41% des Schuhumsatzes in Deutschland ausmacht. Besonders die Beliebtheit von Sportschuhen und Sneakern führt dazu, dass der Markt für handgefertigte Lederschuhe schrumpft. 2019 erwirtschafteten Sneaker in Deutschland 4,38 Milliarden Euro, während Lederschuhe nur 3,87 Milliarden Euro einbrachten. Die meist aus Plastik hergestellten Sneakers sind oft nicht reparierbar.

Markus Loidl, Schuhmacher in fünfter Generation, schloss seine Ausbildung als Landessieger Baden-Württemberg ab und eröffnete 2010 seine eigene Schuhmacherei in Stuttgart. Neben Maßschuhen aus Leder konzentriert sich ein Großteil seiner Arbeit auf Reparaturen.

Wie siehst du die Zukunft der Schusterhandwerks?

Die Zukunft des Schusterhandwerks scheint herausfordernd zu sein. Mit dem Rückgang der Nachfrage nach handgefertigten Schuhen und dem Anstieg des Online-Shoppings sowie der Beliebtheit von Sportschuhen wird es zunehmend schwieriger, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Der Markt für maßgefertigte, langlebige Schuhe besteht zwar weiterhin, aber es ist oft schwer, gegen die schnelllebige Mode und die billig produzierten Schuhe anzukommen. Dennoch sehe ich Chancen für hochwertige Maßanfertigungen, da sie eine lange Lebensdauer bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Branche weiterentwickelt, aber ich glaube, dass es immer noch eine Nische für gut gemachte, langlebige Schuhe gibt.